Samstag, 22. Oktober 2016

Blogpause

Hallo liebe Leser, Verlage, Blogger und Freunde,

ich bin zunehmend unzufrieden mit meinen Texten, sie fühlen sich falsch an und ich habe kein Vergnügen mehr dabei sie zu verfassen. 
Ich habe diesen Blog gestartet um meine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen und möchte dies auch weiterhin tun. 

Ich habe jedoch zur Zeit mehr das Bedürfnis mich auf mein Studium zu konzentrieren und als primäre Bloggerplattform Instagram zu nutzen. 
Was bringt mir ein Medium, auf welchem ich halbgare Texte veröffentliche und das kaum gelesen wird?
Über Instagram habe ich eine viel schönere Kommunikation mit anderen Lesern und nicht "nur" mit anderen Bloggern. Denn mal ehrlich, wer liest denn diese Blogs außer andere Blogger und die Verlage. 
Wozu dann das ganze? Die die man erreichen möchte erreicht man am besten über andere Medien und genau das möchte ich jetzt tun. 
Also auf Buchbesprechungen von mir muss keiner verzichten und vielleicht kommen sie dann sogar häufiger.

Ich werde diesen Blog bestehen lassen, denn vielleicht finde ich mal wieder hier hin zurück. Aber fürs erste: Adieu Blogspot 



Donnerstag, 15. September 2016

Per Zeitmaschine durch die Weltgeschichte

von James Wyllie, Johnny Acton und David Goldblatt


erschienen bei Atlantik im Mai 2016 für 17,00 EUR


Ein gutes Sachbuch ist etwas sehr bereicherndes und tolles. Ich halte regelmäßig Ausschau nach neuen, und wurde nur selten enttäuscht. 
Die Idee dieses Buches fand ich sehr interessant und neu. Die Autoren geben dem Leser gleich zu Anfang eine Gebrauchsanweisung mit auf die Lesereise. Ja, eine wirkliche Reise.
Man kann sich das ganze wie eine Kreuzfahrt o.ä. vorstellen. 
Dafür bieten die Autoren einige ausgewählte Ereignisse an:

Die erste Weltausstellung in London (1851)
Woodstock Festival (1969)
Der Zug der Frauen nach Versailles (1789)
Das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand (1914)
Der Fall der Berliner Mauer (1989)
Die 235.Olympischen Spiele (161)
Premiere in Shakespeares Globe Theater (1599)
Beatles in Hamburg (1960-62)
Rumble in the Jungle (1974)
Mit Marco Polo in China (1276)
Captain Cooks erste Südseereise (1768-71)
Der Ausbruch des Vesuv (79)
Die erste Shlacht am Bull run (1861)


Ihr seht, es gibt so einiges zur Auswahl. Ich empfehle euch nicht gleich alle Reisen am Stück zu absolvieren, sondern eine zur Zeit. So viele Informationen kann ein Mensch gar nicht verarbeiten und da vergeht einem nur der Spaß.
Und genau das war es auch, Spaß.
Schon auf den ersten Seiten, der Einführung musste ich schmunzeln weil ich das Gefühl hatte, hier hat jemand ein Buch mit viel Fantasie und Lust an der Thematik geschrieben. 
Man bekommt eine Anweisung wie man sich zu kleiden hat, was die üblichen Speisen und lokale zu dieser Zeit sind und natürliche eine Portion neues Wissen. 
Allerding muss man bedenken handelt es sich um eine kleine Portion Wissen, die man sich, bei größerem Interesse, durch andere Literatur erweitern sollte. 
Auch haben die Autoren nicht immer ihr Schema bei allen Reisen durch gezogen, so war mir aul Reisetelnehmer nicht klar wie ich mich bei den 235. olympischen spielen kleiden sollte. machmal wurde man auch regelrecht mit informationen "erschlagen", so ergangen beim Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand. Aber dafür gab eine große Reise an tollen Abenteuerfahrten.
Ich war Live bei Woodstock dabei und habe mit den Beatles getanzt. Yeah

Schon im Geschichtsunterricht fand ich es klasse wenn unser Lehrer den Unterricht anschaulich gestaltete, dieses Buch war also genau das richtige für mich. 
              Wer also keine Angst vor halbgaren Wissen hat, dem kann ich dieses Buch zur besten Unterhaltung nur Empfehlen. 

"Die Vergangenheit erwartet Sie - und wir fahren Sie hin" (S.9)

 

Samstag, 20. August 2016

Die Unglückseligen

von Thea Dorn

erschienen bei KNAUS im Februar 2016 für 24,99 EUR


Inhalt 
 ( entnommen: KNAUS )
 Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdigen, alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben - nach Deutschland.


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Irgendwie war ich einfach gespannt auf das Buch, als ich es in den Neuerscheinungen entdeckte. Vielleicht ein wenig, weil mich die Genetik interessiert, vielleicht ein wenig, weil mich der Titel und das Bild angesprochen haben und vielleicht auch ein wenig weil ich die Autorin so interessant finde. 
Was mich erwartet, wusste ich allerdings nicht und bin mit ganz gemischten Gefühlen an die Lektüre gegangen.  
Gleich vorweg: Ich habe 5-6 Monate für dieses Buch gebraucht und finde es auch völlig in Ordnung so.
 Gleich auf den ersten Seiten war ich hin und hergerissen zwischen dem Gefühl etwas Besonderes in den Händen zu halten und dem Gedanken, "Ohje was habe ich mir denn damit angetan".

Die Sprache dieses Buches ist sehr ungewohnt, aber vielfältig und einnehmend. 
Das Buch ist aus drei Perspektiven geschrieben. Johanna, deren Abschnitte in moderner Sprache verfasst sind und von Anglizismen nur so strotzen. Ein Punkt der mich immer wieder störte. So lange war sie doch nun auch nicht in den USA?

"Ich hasse die Evolution. Die Evolution sortiert uns aus, sobald wir aus dem gebär- oder zeugungsfähigen Alter raus sind. Das heißt, sie sortiert uns nicht mal aus. Es ist noch schlimmer: Sie interessiert sich einfach nicht mehr für uns." 
 
Johann, dessen Abschnitte in der Sprache seiner Zeit verfasst wurden und von philosophischen Auswüchsen nur so triefen, das es teilweise Mehrmaliges lesen verlangte, um den Sinn zu erkennen. 


"Wie könnt ich am Leben sein, wenn keiner vor mir wäre gestorben? Sünde ist´s, das, was dem Ganzen vorbehalten, als Einzelner für sich genießen zu wollen. Erst mit dem Tode befreit das Individuum sich von der Schuld, die es auf sich geladen, da es sich abgesondert und Individuum geworden." 
 
Und eine "Stimme aus dem off", die immer wieder Kommentiert. Wer kann diese Stimme sein? Zeitweise dachte ich dort spricht die Autorin, zum Schluss hatte ich eher den Eindruck es könnte eine Göttliche Stimme sein.
[wie habt ihr das empfunden?]  

"Was hielten Sie von diesem Angebote: Da unsre Freunde offensichtlich allesamt beschlossen, heut animalischer als jedes Tier zu sein - wie wär´s, wir ließen sie in ihrem Wahne und lauschten still hinaus in die Natur? Nichts tät´s mich allzu sehr verwundern, wenn dorten wir auf eine Bestie stießen, dern Geist weit nüchterner in dieser Nacht denn der von unsern Zweibeinviechern." 

Die Geschichte selbst hat nicht viel mehr zu bieten, als was die Inhaltsangabe schon hergibt, und erzeugt leider auch nicht viel Spannung. 
Johanna gerät mit ihrer Forschung in den USA an ihre Grenzen. Eigentlich möchte sie sich mit der menschlichen Genetik beschäftigen und nun muss sie an Mäusen experimentieren. Dann tritt Johann in ihr leben und bringt es gründlich durcheinander. Zusammen reisen sie nach Deutschland und begeben sich auf eine mehr oder weniger Gemeinsame experimentelle "Forschungsreise", während wir Stück für Stück Johann´s Abgründe erfahren. 
Ob sein hohes Alter nun das Resultat elektrischer Experimente, evolution oder doch ein Werk des Teufels ist bleibt offen. 
Das Besondere an diesem Buch ist meines Erachtens, nicht die Geschichte, sondern die Umsetzung dieser. 
Für dieses Buch fehlen mir die richtigen Fachbegriffe, um einer angemessenen Beschreibung gerecht zu werden, aber ich habe das Gefühl dieses Buch hat Preise verdient, ist etwas das der deutschen Literatur schon lange fehlte und sollte zukünftig als Deutschlektüre diskutiert werden. 

Eine absolute Empfehlung für alle die einen zukünftigen Klassiker nicht verpassen möchten, wer Thea Dorn mag und vor Anspruch nicht zurückschreckt. 



Schaut Euch auch das Special an: Klick 

Samstag, 6. August 2016

Warum es so still geworden ist





Hallo liebe Bücherfreunde, Blogger und Zufallsleser,

in letzter Zeit ist es auf meinem Blog sehr still geworden, es erscheinen höchstens zwei Rezensionen und auch auf Instagram gibt es von mir nicht viel zu sehen. 
Mein Leben ist zur Zeit im Umbruch, ich habe mich entschlossen noch einmal von vorne zu beginnen.
Ab Oktober 2016 werde ich ein Studium beginnen und bin dafür nach Gießen gezogen. 

Ich freue mich schon sehr auf diese neue und aufregende Zeit, die ich auch gerne mit euch teilen möchte. 
Studieren werde ich an der Justus- Liebig Universität "Sprache, Literatur und Kultur" mit dem Hauptfach Germanistik ( Schwerpunt Literatur) und den Nebenfächern Geschichte und Soziologie.

Es wird in nächster Zeit auch ein wenig ruhiger bleiben, aber ich finde bestimmt mehr Zeit für euch als die letzten Wochen. Ich hoffe mich nun auch endlich wieder mehr meinen geliebten Büchern widmen zu können, denn ohne gelesenes gibt es auch keine Rezensionen!

Also, bis bald ihr lieben. Wir lesen uns! 

Sonntag, 24. Juli 2016

Kopfüber zurück

von Rebecca Wait


erschienen bei Kein & Aber im Februar 2015 für 19,90 EUR


Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich zuerst wegen dem Cover zu diesem Buch gegriffen und in zweiter Linie wegen dem Klappentext. Ich bin ja im Allgemeinen ein Fan von Familienschicksalen und kann mich schnell für solche Geschichten begeistern bei denen man emotional mitgeht und genau das habe ich mir von diesem Buch erhofft. 
Es geht in dem Buch um eine Familie bestehend aus Mutter, Vater zwei Söhnen und einer Tochter, die das Kücken der Familie ist. 
Kern dieses Buches ist, das der ältere der Söhne an einer schweren Psychischen Erkrankung leidet und welche Auswirkungen dies auf die Familie hat. 

Wir befinden uns im Buch in der Gegenwart und erfahren Stück für Stück was mit der Familie in den letzten Jahren geschehen ist. 
Erzählt wird abschwechselnd aus verschiedenen perspektiven, überwiegen tun aber die Tochter und der jüngere Sohn, was ich sehr gelungen finde.
Ich hatte gleich von der ersten Seite an das Gefühl Teil der Geschichte zu sein und die Charaktere persönlich zu kennen. Es ist von vorne bis hinten eine sehr melancholische und stille Geschichte die aber sehr zu Herzen rührt. 
Ein wunderschöner Schreibstil, der leicht ist, aber auch fesselt und berührt. 
Ich war schon lange nicht mehr so in einer Geschichte gefangen.
Ich glaube das wir von dieser jungen Debütautorin noch ganz viel tolle Bücher erwarten dürfen.  

Donnerstag, 7. Juli 2016

nicht ganz mein typ

von Björg Magnussdottir



erschienen bei Suhrkamp/Insel im Mai 2016 für  €12,99


Dieses Buch habe ich bei einer Verlosung auf Lovelybooks gewonnen und mich riesig gefreut. Ich war richtig in der Stimmung für ein junges, frisches, leichtes Buch und habe auch bekommen, was ich erwartet hatte.
In dem Buch geht es um 4 Freundinnen die in Islands Hauptstadt leben und ihre Männersorgen. 
Klingt jetzt wie Sex an the City auf Island und so ist es auch ein wenig. 
Die Kapitel sind immer abwechselnd, ohne dabei wirklich ein System zu haben aus der Sicht der vier Freundinnen, allerdings kam eine viel zu kurz und ich hatte nicht das Gefühl diesen Charakter auch nur ein wenig kennengelernt zu haben. 
Die Mädels sind alle etwas überzogen gezeichnet, genau wie die Situationen in die sie geraten, was mich einerseits etwas störte, aber andererseits vielleicht auch gerade deshalb zur Unterhaltung beigetragen hat. 
Die Gespräche der Mädels untereinander fand ich jedoch sehr schön und konnte mich teilweise mit ihnen verbunden fühlen. 
 Wie gesagt geht es vor allem um Männer um Sex um Schwiegereltern um Freundschaft und den Beruf. 

Leichte Lektüre, die sich schnell nebenbei liest ohne wirklichen Tiefgang. 
Ich bin gespannt auf den nächsten Teil, der dieses Jahr noch erscheinen wird. 
 

Sonntag, 12. Juni 2016

Kirschblüten und rote Bohnen

von Durian Sukegawa


erschienen bei DuMont im März 2016 für 18,00

Dies ist ein Buch über Freundschaft, über die Bewältigung der Vergangenheit und wie sich gnadenlos in unserem zukünftigen Leben festkrallt. 

Wir begleiten Sentaro, einen Ex-Häftling bei seiner Arbeit in einem Doriyaki laden. Doriyaki sind Pfannkuchen, gefüllt mit einer Paste aus roten Bohnen. Eigentlich hat er sich sein Leben anders vorgestellt und hängt noch immer sehnsüchtig seinen Träumen und seinen verpassten Chancen nach. Eines Tages kommt eine alte Frau in seinen Laden und möchte gerne bei ihm aushelfen, er lehnt jedoch ab, findet sie sei zu alt und hat ein wenig Hemmungen wegen ihrer deformierten Hände, aber sie bleibt hartnäckig und schon bald arbeiten die beiden zusammen. Die dritte Hauptperson in diesem Buch ist Wakana, ein Schulmädchen aus schwierigen Verhältnissen, welche sich besonders mit Tokue sehr gut versteht. 
Ich fand es eine kurzweilige aber berührende Geschichte, die einem die Doktrinen der Vergangenheit vor Augen führt. Wir werden es wohl nie ganz schaffen uns von der Vergangenheit zu lösen, aber wir können lernen das beste daraus zu machen. Ich glaube, jeder kann sich seine eigene kleine Weisheit aus diesem Buch mitnehmen und das finde ich sehr schön an dieser Geschichte. Freundschaft, Küchenphilosophie, Sinn des Lebens, Stigmata und Geschichte sind alles Themen, die hier zu finden sind und anderen Lesern fallen bestimmt noch mehr auf.
 Das Buch hat mich nicht vom Hocker gehauen, aber es hat mich doch ein wenig berührt und auf jeden Fall gut unterhalten. 

Eine Empfehlung wer gerne mal wieder etwas leichtes lesen möchte ohne ganz auf Anspruch verzichten zu müssen.