Donnerstag, 22. Oktober 2015

Glück und Glas

Glück und Glas von Lilli Beck

erschienen im Blanvalet Verlag

am 24.08.2015

auf 512 Seiten


Preis: 19,99




ISBN: 978-3-7645-0543-1  





Klappentext



Glück und Glas, wie leicht bricht das?
Am 7. Mai 1945 werden Marion und Hannelore in der Frauenklinik in der Münchner Maistraße geboren. Obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen stammen, wachsen sie wie Schwestern auf und sind unzertrennlich. Doch als Marion sich an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstag verliebt, zerbricht ihre Freundschaft. Während der Kalte Krieg immer mehr eskaliert, die Studenten auf die Straße gehen und die ersten Kommunen entstehen, trennen sich ihre Wege endgültig. Die widerspenstige Marion wird Fotomodel, hat großen Erfolg im Beruf, aber kein Glück in der Liebe. Hannelore studiert Jura, um Anwältin zu werden, doch das Leben hat andere Pläne mit ihr. Jahrzehnte später, am 7. Mai 2015, wollen sie ihren siebzigsten Geburtstag zusammen feiern – doch kann die Zeit alle Wunden heilen?



Meine Meinung 


"Du bist meine allerbeste Freundin, für immer und immer" (S.62)

Die Freundinnen Marion und Hannelore werden am gleichen Tag in den Frieden hinein geboren. Das war es dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten, denn die eine wächst in einer gut betuchten Unternehmerfamilie mit einem liebevollen Vater und Geschwistern, behütet auf und die andere in ärmlichen Verhältnissen mit den Nachkriegsnöten geschlagen und einem verbitterten Kriegsheimkehrer als Vater. Die ersten Jahre ihrer Kindheit bilden die beiden Mädchen eine innige Freundschaft, die aber mit Ende der Schulzeit als die eine das Gymnasium besuchen darf und die andere um eine Lehrstelle kämpfen muss, auseinanderzubrechen droht und sie erst sehr spät wieder finden.

Wir begleiten überwiegend Marion, oder wie sie sich später nennt Moon auf ihrem Lebensweg. Nur selten kommt ein Kapitel daher, in dem es um Hannelore geht und die sind leider sehr kurz gehalten oder gehen schnell über zu Marions Leben.

Die Kindheit von Hannelore und Marion hat mir sehr gut gefallen, wir haben eine Idee von den Nachkriegsjahren in den verschiedenen Gesellschaftsschichten erhalten und die beidem Mädchen habe eine so führsorgliche Freundschaft entwickelt, dass man sie nur einfach mögen konnte.

Dagegen finde ich die beiden Frauen, Moon und Lore sehr naiv dargestellt, vor allem Moon wirkt stellenweise gewollt naiv, was mir dann doch ziemlich unangenehm auffiel.

Auch der Umgang zwischen den beiden Freundinnen wurde ganz plötzlich kalt und unfreundlich, nichts war mehr zu spüren von der tiefen Freundschaft vom Anfang der Geschichte und das leider so ohne triftigen Grund, das es glaubhaft erschienen wäre.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, das die Marion der Kindheit, Moon und die ältere Moon in der Gegenwart nicht dieselben Personen waren und so ging es mir auch mit Lore, nur war es bei Ihr nicht ganz so ausgeprägt.

Die beiden Frauen entwickeln sich in verschiedene Richtungen und wir erleben, wie Träume in Erfüllung gehen und dann auch wieder doch nicht, wie Existenzen sich in Luft auflösen und wie sie entstehen.

Zum Cover: es ist wunderschön und hatt emich sofort angesprochen als ich es im Thalia habe liegen sehen



Ich hatte den Eindruck das sich die Autorin zu sehr auf die möglichst ereignisreichen Leben der beiden Frauen konzentrierte, das die Bildung der Charaktere leider etwas verloren ging, sodass sie teilweise fremd waren.
 Das ist sehr schade und ich hatte wohl zu hohe Erwartungen an das Buch. Alles in allem lies es sich aber gut und flüssig Lesen und war auch nie langweilig.

Für jeden, der gerne in seinen Erinnerungen an die 60 Jahre schwelgen möchte und jeden, der gerne Schicksalsgeschichten liest.



 



 

3 Kommentare:

  1. Hallo!
    Schade, dass du zu hohe Erwartungen an das Buch hattest. Ich fand den Charakter vonn Moon sehr gut dargestellt und obwohl wir nicht sehr viel gemeinsam haben, fand ich die Erzählung über sie wirklich sehr gut!!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ich finde es spannend wie die unterschiedlich die Empfindungen da sind :-)
      Ich hatte vielleicht wirklich einfach zu große Erwartungen, aber es war ja trotzdem nicht schlecht :-)

      Viele Grüße

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    2. Ja, wenn man mit zu großen Erwartungen an ein Buch geht, ist man meistens enttäuscht. Ging mir auch schon öfters so...
      LG Martina

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