Dienstag, 22. März 2016

Ein paar Worte zu...


Veronika beschließt zu sterben

von Paulo Coelho


Zu diesem Buch möchte ich unbedingt ein paar Worte verlieren, da es mich zwiegespalten hinterlassen hat.
Dieses Buch war mein erstes von diesem Schriftsteller. Ich finde dieses Thema sehr spannend und bewegend, das Buch regt zum Nachdenken an. Aber! Das Thema wirkt viel zu oberflächlich und lieblos dahingeworfen. Andererseits finde ich es auch gut das die Geschichte sehr kurz gehalten wurde und das Ende relativ offen um den eigenen Gedanken dazu mehr Freiraum zu lassen. 
ACHTUNG SPOILER!: Den Lebensmut stärken durch die Gewissheit eines verkürzten Lebens. Geiles Thema mit viel Potential!

Das Denis Schenk Paulo Coelhos Bücher völlig ablenhnt, kann ich nach dieser Lektüre nachvollziehen, aber nicht ganz teilen. Denn zumindest dieses Buch, hat einen wichtigen Inhalt zum weiterdenken geliefert.

Habt Ihr schon etwas von dem Autor gelesen? Wenn ja würde ich gerne Eure Meinung dazu wissen. 

Mittwoch, 9. März 2016

Nachts ist es leise in Teheran

von Shida Bazyar


Kiepenheuer & Witsch - Februar 2016 - €19,99 - HC - 288 Seiten


Ein eindrucksvoller Roman in dem wir eine Familie über vier Jahrzehnte, aus der Sicht von vier Familienmitgliedern erleben dürfen. 


"Wann kann man wieder Witze machen, hat er mich vor einigen Tagen gefragt, wann kann man sich gegenseitig wieder aufziehen, ohne das alles, alles, alles immerzu politisch wird? Und ich habe gesagt, Peymanjan, wir sind in einer Revolution, selbst das Furzen ist politisch" [S.39]
Im ersten Abschnitt begleiten wir den Familienvater Behsad als jungen Erwachsenen 1979. Er ist Revolutionär auf der Seite der Kommunisten und hofft nach dem Fall des Schah auf ein besseres Leben im Iran. Wir erleben, wie er aktiv wird und um sein Leben bangen muss. 

Der zweite Abschnitt begleitet seine Frau Nahid, die ebenfalls eine Genossin im Kampf gegen den Schah auf Seite der Kommunisten war. Jedoch befinden wir uns nun 10 Jahre Später 1989 in Deutschland, in das die beiden vor politischer Verfolgung mit ihren zwei Kindern fliehen mussten. 
Wir erleben die Sorgen Ängste und Vorurteile die Ihnen begegnen und hoffen mit Ihnen auf eine gute Zukunft, daheim im Iran. 

Im dritten Abschnitt begleiten wir deren Tochter Laleh im Jahre 1999. Wir erleben die Vorurteile die Ihr lsTeenager im Alltag an der Schule begegnen, aber vor allem begleiten wir sie, ihre Mutter und ihre kleine Schwester, die nun auch zur Familie dazu gekommen ist, bei Ihrem ersten Besuch seit der Flucht, Zuhause in Teheran. 
Im letzten Abschnitt begleiten wir den Sohn Mo im Jahr 2009, der als deutscher Student, mitten in den Studiengebühren Streiks und den Straßenschlachten in Teheran eine Sinnkrise erlebt. 


Der Aufbau des Buches in vier Jahrzehnte, die aus der Sicht von verschiedenen Personen geschrieben wurden, ohne jedoch die Entwicklung der anderen Charaktere dabei außer Acht zu lassen, ist der Autorin sehr gut gelungen und wirkt für diese Geschichte genau richtig gewählt. 
Sie hat es gekonnt umgesetzt, dass die Persönlichkeit des jeweiligen Charakters deutlich wurde, jedoch der Stil der Erzählung gleich blieb. 
Der Stil wirkt eher melancholisch, vielleicht sogar poetisch und lies sich gut lesen. Es hat einen in den Bann gezogen, war also für mein Empfinden sehr gelungen.

Für mich, trotz Kindheit in einer Großstadt, in Klassen mit vielen Flüchtlingskindern, ist dieser Teil der Geschichte, bis auf die Namen leider sehr fremd. Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch mir ein wenig Wissen über die letzten Jahrzehnte zur Geschichte des Irans geliefert hat und es hat auf jeden Fall mein Interesse an dem Thema geweckt. 

Ein für mich sehr bereicherndes Buch, welches wunderschön geschrieben ist. Ganz großes Talent, ich werde die Autorin im Auge behalten.